Eine neue Studie von Dr. Arne Hinrichs, Postdoktorand am Zentrum für Innovative Medizinische Modelle (LMU München), und Prof. Dr. Eckhard Wolf, Leiter desselben Zentrums, wurde in der Fachzeitschrift Molecular Metabolism veröffentlicht. Beide Wissenschaftler sind Projektleiter in HyperMet. Der Artikel mit dem Titel „Transiente juvenile Hypoglykämie bei GH-unempfindlichen Schweinen mit Laron-Syndrom ist mit Insulin-Hypersensitivität assoziiert“ untersucht die Mechanismen, die der juvenilen Hypoglykämie in einem Großtiermodell für Wachstumshormonrezeptor-Defizienz (GHR-KO-Schweine) zugrunde liegen.
Das Forschungsteam wandte fortgeschrittene Methoden zur metabolischen Phänotypisierung an, darunter hyperinsulinämisch-euglykämische Clamp-Tests mit stabilen Isotopenmarkern und gezielte Serum-Metabolomik. Ihre Ergebnisse zeigen, dass eine erhöhte Insulinsensitivität, eine reduzierte hepatische Glukoseproduktion und eine gestörte Lipolyse zur Nüchternhypoglykämie bei jungen GHR-KO-Schweinen beitragen. Mit Erreichen des Erwachsenenalters normalisierte sich der Blutzuckerspiegel wieder, bedingt durch eine erhöhte Fettmasse und eine teilweise Normalisierung der Insulinsensitivität. Diese Erkenntnisse liefern mechanistische Einblicke in die Entwicklung der Glukoseregulation bei Wachstumshormonmangel und -resistenz beim Menschen.
Die Studie verdeutlicht, wie eine veränderte Substratverwertung – einschließlich einer gesteigerten β-Oxidation und einer erhöhten Abhängigkeit von glukogenen Aminosäuren – die metabolische Reaktion auf Wachstumshormon-Signaldefekte im frühen Lebensalter prägt. Die altersabhängige Normalisierung des Blutzuckerspiegels erfolgte unabhängig von den Sexualhormonen und eröffnet damit eine neue Perspektive auf die metabolische Anpassung beim Laron-Syndrom.
Der vollständige Artikel ist in Molecular Metabolism verfügbar:
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2212877825001802
Die HyperMet-Forschung untersucht, wie Muskelwachstum (Hypertrophie) und Muskelabbau (Atrophie) den Stoffwechsel beeinflussen. Mehr Muskelmasse senkt das Risiko für Adipositas, Diabetes, Osteoporose und möglicherweise für Krebs. Wir erforschen die zugrunde liegenden Stoffwechselprozesse, um neue Strategien zur Prävention und im Alltag zu entwickeln.