Aktuelles
Review veröffentlicht
Der in Current Opinion in Biotechnology veröffentlichte Übersichtsartikel „Muscle–immune metabolic crosstalk: shared pathways in cachexia and exercise“ untersucht die Interaktion zwischen Skelettmuskulatur und Immunsystem über gemeinsame Stoffwechselwege sowohl bei Muskelschwund als auch bei adaptiven Zuständen. Die Seniorautoren Maria Rohm und Karsten Hiller beschreiben, wie Aminosäuremobilisierung, mitochondriale Dysfunktion und Zytokin-vermittelte Signalgebung die Muskelatrophie bei entzündungsbedingter Kachexie steuern. Die Autoren betonen, dass identische Mediatoren wie Interleukin-6 je nach physiologischem Kontext gegensätzliche Wirkungen hervorrufen können: entweder Katabolismus bei chronischer Entzündung oder Regeneration bei körperlicher Betätigung. Der Artikel hebt Makrophagen-abgeleitete Zytokine und Immunmetaboliten als wichtige Regulatoren der Muskelhomöostase hervor und veranschaulicht, wie diese Faktoren Muskelschwund verstärken oder Reparaturprozesse fördern. Er diskutiert zudem neue Erkenntnisse, die einen Zusammenhang zwischen NAD⁺-Mangel und gestörter mitochondrialer Dynamik und einer beeinträchtigten Energiebilanz in der Muskulatur nahelegen. Der Vergleich mit der Trainingsphysiologie zeigt, wie eine vorübergehende Immunaktivierung die metabolische Umstrukturierung, die Substratflexibilität und die Muskelhypertrophie unterstützt. Darüber hinaus fassen die Autoren therapeutische Strategien zusammen, die auf immun-metabolische Signalwege abzielen, darunter Leucin-Supplementierung, NAD⁺-Supplementierung und JAK/STAT3-Inhibition. Insgesamt bietet der Übersichtsartikel einen integrierten Rahmen zum Verständnis dafür, wie Immunsignale die metabolischen Prozesse im Muskel in verschiedenen Krankheits- und Trainingskontexten beeinflussen.
Der vollständige Artikel ist in Current Opinion in Biotechnology verfügbar:
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0958166926000200
Die HyperMet-Forschung untersucht, wie Muskelwachstum (Hypertrophie) und Muskelabbau (Atrophie) den Stoffwechsel beeinflussen. Mehr Muskelmasse senkt das Risiko für Adipositas, Diabetes, Osteoporose und möglicherweise für Krebs. Wir erforschen die zugrunde liegenden Stoffwechselprozesse, um neue Strategien zur Prävention und im Alltag zu entwickeln.